Job Shadowing in Chambéry Teil 1

Während meines ersten Monats in Chambéry habe ich mir zum Ziel gesetzt, das französische Schulsystem bzw. die Unterrichtsorganisation und somit die Unterschiede zum österreichischen Schulsystem besser kennenzulernen.

Gleich zu Beginn fällt auf, dass das französische Schuljahr in Trimester geteilt ist, nach denen stets zwei Wochen Ferien folgen. Somit erhalten die SchülerInnen am Ende jedes Trimesters eine Art Zeugnis. Die Lehrpersonen müssen deshalb ihre Unterrichtsplanung und die Wahl der zu behandelnden Themen nach dieser Trimester-Einteilung ausrichten. Zudem existieren in Frankreich, ebenso wie in Österreich, Lehrplanvorgaben, welche die zu erwerbenden Kompetenzen während eines Schuljahres festlegen. Die Kompetenzbereiche sind jedoch wesentlich genauer definiert als momentan in Österreich und bereits in einem Programm namens „Pronote“ (eine Mischung aus WebUntis und Sokrates, da in diesem Programm auch Absenzen usw. vermerkt werden) implementiert, sodass jede Lehrkraft für jede/n Schüler/in jede einzelne Kompetenz spätestens bis zum Ende des Schuljahres bewertet haben muss. Zum Schluss ergibt sich aus all diesen Einzelbewertungen die Durchschnittsnote, „la moyenne“, des Schülers/der Schülerin.

Außerdem müssen die Fremdsprachenlehrkräfte in jedem Semester den Lernenden gesondert für alle vier Kompetenzen laut GERS (Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen) eine Note geben; aus all diesen Einzelleistungen ergibt sich für das Trimester-Zeugnis eine Durchschnittsnote.

Für die Fremdsprachenlehrkräfte in Frankreich hat dies also Auswirkungen auf ihre Unterrichtsgestaltung:

– Sie müssen die im Unterricht zu behandelnden Themenbereiche genau nach Trimestern einteilen.

– In jedem Trimester muss jede/r Schüler/in in jeder der vier Kompetenzen (Lesen, Sprechen, Hören, Schreiben) mit einer Note beurteilt werden, sodass folglich diese Leistungsfeststellungen mit eingeplant werden müssen.

– Jede einzelne Kompetenz, die in „Pronote“ vermerkt ist, bedarf einer Beurteilung.

Aus diesem Grund ist es nötig, dass die Fremdsprachenlehrkräfte sich bereits im Vorfeld zu jedem Themenbereich eine Evaluationsaufgabe zu jeder geforderten Kompetenz sowie einen Zeitpunkt dafür überlegen.

Dieses System und die damit verbundenen Vorgaben ähneln meines Erachtens stark der NOST, die an unserer Schule 2018/19 eingeführt werden wird. Ab diesem Zeitpunkt wird es verpflichtend sein, jede Kompetenz gesondert zu beurteilen und sich bei der Unterrichtsplanung genau an die Semestrierung zu halten – für einige Fächer existieren bereits semestrierte Lehrpläne.

Aus diesem Grund plane ich, mich gegen Ende des Trimesters eingehend mit meinen KollegInnen auszutauschen und ihre Erfahrungen einzuholen, was die gesonderte Beurteilung und Unterrichtsplanung betrifft, da diese Einblicke in ein System, das der NOST sehr ähnlich ist, von großem Wert für den Einstieg in die NOST in Österreich sein werden.

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